Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

2020 neigt sich allmählich dem Ende und wir alle blicken auf ein schweres und turbulentes Jahr zurück – ein Jahr, zu dessen Beginn keiner von uns erahnen konnte, mit welchen Herausforderungen wir uns konfrontiert sehen würden. So haben die Corona-bedingten Einschränkungen und die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus uns allen viel abverlangt – vor allem dem medizinischen Personal, das an vorderster Front um das Leben und Wohlbefinden jedes einzelnen Patienten bis zur Erschöpfung kämpfte.

Die Herausforderungen für die Familien, die den schwierigen Spagat zwischen mobilem Arbeiten, Unterricht zu Hause und Kinderbetreuung hinbekommen mussten, waren gewaltig. Viele Unternehmen und Betriebe konnten nur eingeschränkt ihrer Tätigkeit nachgehen. Besonders hart erwischte es die Künstlerinnen und Künstler, die seit Monaten nicht auftreten können und die vielen Vereine, die ihren Betrieb weitestgehend einstellen mussten.

Und auch heute – kurz vor Weihnachten – hat uns diese Pandemie noch immer fest im Griff, bestimmt unseren Alltag und wird uns auch an den Feiertagen begleiten.

Wir haben dieses Jahr viel diskutiert. Wir haben darüber diskutiert, wie wir den Menschen in dieser schwierigen Zeit helfen können, wie wir die Wirtschaft stützen können, welche Maßnahmen angemessen sind, ob sie ausreichen oder verschärft werden müssen. Wir haben auch viel über die Freiheit jedes einzelnen gesprochen und wie diese Freiheit zweifelsohne durch die Corona-bedingten Maßnahmen eingeschränkt worden sind.

Und so sehr ich die „Corona-Müdigkeit“ und die Sehnsucht nach einem unbeschwerten und geselligen Weihnachtsfest verstehen kann, so wünsche ich mir, dass wir uns gerade in diesem Jahr auf die eigentliche Botschaft dieses christlichen Festes besinnen. Denn wir feiern die Geburt von Jesus Christus. Wir feiern die Menschwerdung Gottes.

Papst Benedikt XVI. hat einmal gesagt: „Wenn Gott Mensch geworden ist, dann ist es gut, ein Mensch zu sein.“ Ja, auch zu Weihnachten sind wir dieses Jahr eingeschränkt und können nicht mit all denjenigen Menschen feiern und in gemütlicher Runde zusammensitzen, mit denen wir das sonst gerne tun. Aber wir können uns daran erinnern, was es heißt, Mensch zu sein. Menschlichkeit zu zeigen. Den anderen – auch im übertragenen Sinne – die Hand zu reichen und uns an unsere Werte der Nächstenliebe zu besinnen.

Weihnachten ist das Fest der Liebe, der Familie, der Freude. Weihnachten verbindet uns Menschen über alle Grenzen hinweg – nicht nur über physische Grenzen hinweg, sondern auch über die Grenzen, die uns durch diese weltweite Pandemie gesetzt worden sind. Und dazu braucht es vor allen Dingen auch das Verantwortungsbewusstsein und die Rücksichtnahme jedes einzelnen gegenüber unseren Mitmenschen.

Ihnen allen wünsche ich ein frohes Fest, besinnliche Feiertage sowie Gottes Segen. Und für 2021 viel Kraft und Mut, um nach vorne zu schauen und um die Herausforderungen, die ohne Frage auch im nächsten Jahr auf uns warten werden, anzunehmen und anzupacken!

Ihr

Ralph Brinkhaus